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Artikel aus Mobile Times 15

Immer mehr digital

Drei verschiedene Digitalkameras und alle haben ihre Besonderheiten: Samsung SDC (rechts oben), Epson PhotoPC 500 (unten) und die im oberen Segment angesiedelte Ricoh RDC-2


Die Digitalisierung von Kameras schreitet mit Riesenschritten voran. Und kosteten die Geräte noch vor kurzem Summen jenseits der zehntausend Schilling, so gibt es nun auch Geräte, die man sich leisten kann. Denn wenn die Computer und Handys immer billiger werden, ist es ja nicht einzusehen, warum gerade Digitale Kameras, die ja die selben Technologien benutzen, teuer bleiben sollten.

Zum Beispiel hat Samsung einen Apparat auf den Markt gebracht, der mit 640 × 480 Pixel Auflösung und 24-Bit True Color qualitätsmäßig nichts zu wünschen übrig läßt. Die Kamera kostet mit 4 MB Speicher für 48 Bilder unter 5000 Schilling. Außerdem löst sie sich vom bisher gewohnten Kamera-Design, was ja nicht alle digitalen Kameras schafften.

Denn das Design einer Kamera muß zwei Anforderungen erfüllen: es soll bequem in die Hand passen und es soll den Mechanismus unterbringen. Doch das bisherige Schachtelformat, das primär durch den Filmtransport gegeben war, ist ja nun nicht mehr von nöten, weswegen man neue Wege gehen kann. Ob es Ihnen gefällt oder nicht, sehen sie am besten selbst.

Mit der selben technischen Basis von 640 × 480 Pixel á 24 Bit geht auch Epson an das Problem heran, doch bleibt man im Design in der alten Form verhaftet. Einzig ein aufsteckbarer LCD-Bildschirm (als Option erhältlich) als Sucherersatz weicht ein wenig vom Gewohnten ab, und läßt erkennen, daß es sich um eine digitale Kamera handelt. Besonderes Feature ist, daß auf diesem Bildschirm nicht nur ein Bild, sondern im Splitmodus auch neun Bilder angezeigt werden können, was das Editieren unterwegs einfacher macht.

Ricoh dagegen hat diesen LCD-Monitor schon fix eingebaut, was die Sache auch etwas stabiler macht. Diese Kamera gehört aber mit 768 × 576 Pixel á 24 Bit und der Möglichkeit Töne zum Bild dazu aufzunehmen in ein höheres Preissegment bei etwa 15000.- öS. Auch kann man hier mit einem Bild pro Sekunde Bewegungen aufzeichnen und bekommt für alles vom Weißabgleich über Scharfstellung bis zur Belichtungsdauer eine automatische Unterstützung angeboten.

Auch Editieren wird einfacher

Doch selbst mit der besten digitalen Kamera kann das Bearbeiten der Bilder zum Problem werden: dann nämlich, wenn die Dateiformate, die Druckertreiber oder die Schnittstellen nicht zusammenpassen. Wer mehr mit Computern zu tun hat, der kennt das Problem schon von den diversesten Peripheriegeräten, und wird sich sicherlich nicht darüber wundern, daß eine neue Komponente neue Nicht-Kompatibilitäten mit sich bringt.

Und um genau dieses Problem zu bekämpfen haben sich Kodak, Hewlett-Packard, Live Picture, Microsoft und Intel zusammengetan, und eine einheitliche Datenführung vom Auslösen der Kamera bis zum Ausdruck und dem Abspeichern entwickelt.

Die Basis dieses Abkommens ist ein neues Bilddatenformat namens FlashPix, das schon Intels MMX-Technologie verwendet. Weiters wurde auch Intels USB (Universal Serial Bus), die Miniature Card und Kodaks Imaging Technologie mit einbezogen, so daß alle Kameras dieses Standards mit einem MMX-gesteuerten PC reibungslos zusammenarbeiten können.

Nur: was mache ich jetzt mit meinen alten Bildverarbeitungsprogrammen, die FlashPix nicht verstehen?

Michael Köttl




MOBILE TIMES Home Letzte Überarbeitung: Montag, 10. Februar 2003
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